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Himbeerbeet am Hang

    Letzte Woche hab ich ein bisschen freie Zeit genutzt, um ein Projekt anzugehen, das schon lang in der Pipeline ist: ich wollte meinen Himbeer-Hang vergrößern.

    Vor zwei Jahren habe ich damit begonnen, dieses bis dahin ungenutzte Stück Hang (nord-westseitig ausgerichtet) umzugestalten. Ich hatte lange keine Vorstellung davon, was ich da haben möchte, weil es relativ steil ist und auch nicht allzu groß. Und als ich am wenigsten mit einer Erleuchtung gerechnet habe, kam mir plötzlich die Idee (während eines „Schlaf-endlich-ein-Baby“-Spaziergangs auf der Terrasse darüber): Himbeeren!!!! Natürlich Himbeeren, von denen kann man sowieso nie genug haben.

    Zunächst aber das Problem: da war schon eine dicke Grasmatte. Normalerweise freut man sich ja über einen dichten Rasen, aber um ein Beet anzulegen, war das ziemlich ungünstig. Und weil ich auf gar keinen Fall Lust hatte, den Rasen mühsam zu entfernen, legte ich im ersten Jahr ein Heu-Kartoffel-Beet an (wie das geht, das beschreibe ich euch ein andermal). Und was soll ich sagen? Am Ende der Saison, also im Herbst: voilà – ein perfekter, rasenfreier Boden voller Regenwürmer! Ein Traum!!

    Jetzt konnte ich anfangen mit den Himbeeren, aber weil man ja immer zuerst ein paar Frösche küssen muss, bevor der Prinz daherkommt, habe ich die Himbeer-Ruten zuerst mal entlang des Weges gepflanzt – und bin dann ziemlich schnell draufgekommen, dass das nicht das Wahre ist weil dahinter ja immer noch die ganze Fläche frei und ungenutzt war.

    Nochmal nachdenken also. Und zum Glück noch ein Geistesblitz: Terrassieren! Gesagt, getan (oder fast so schnell wie es hier steht) – und so mauerte ich die oberen beiden Terrassen auf und pflanzte die Himbeeren da hinein. Letztes Jahr kamen dann die Rankhilfen und die Unterpflanzung dazu (Heilziest und jede Menge Frühblüher wie Tulpen, Narzissen und Krokusse) und diese Woche hatte ich endlich Zeit und Lust, das Ganze zu vollenden.

    Direkt unterhalb der untersten Terrasse steht nämlich mein alter Kartoffelturm, den wir vor ein paar Jahren aus alten Brettern zusammengeschraubt haben. Die Bretter sind damals beim Hausbau übriggeblieben, beziehungsweise stammen eigentlich sogar noch aus dem Abbruch des alten Stadels, der vorher an der Stelle gestanden hat. Perfektes Recycling im Sinne der Permakultur also!

    Jedenfalls sind diese Bretter jetzt wirklich am Ende ihrer Lebenszeit angekommen und  der Kartoffelturm muss weg. Und da eh noch das letzte Himbeer-Beet fehlte, fand ich, das war der perfekte Zeitpunkt – so musste ich die Erde (oder zumindest einen Teil davon) nur minimal bewegen, nämlich nur von rechts nach links schaufeln 🤭

    Die Steine, die ich für die Natursteinmauer verwendet habe, lagen auch noch ungenutzt im Garten herum – Überbleibsel vom letzten Mauer-Projekt. Leider hatte ich nicht mehr allzuviel Auswahl, und so gewinnt die Mauer wahrscheinlich jetzt keinen Schönheitspreis mehr – aber ich hoffe, sie hält. Etwas Material zum Hinterfüllen war auch noch vorhanden, und damit war mein Nachmittag auch ausgefüllt 😄

    Was macht jetzt aber dieses Beet nun zum Permakultur-Projekt?

    Nun, zum einen die Idee, Vorhandenes zu nutzen. Sowohl Steine als auch Erde waren bereits als Ressourcen vorhanden, nichts musste eingekauft werden. Weiters wurde die bestehende Topographie des Geländes genutzt – der Hang ist nach wie vor ein Hang, nur einfacher zu bewirtschaften und besser vor Erosion geschützt. Außerdem wurde als Befestigung des Hanges eine Trockensteinmauer gewählt – darin können Tiere Unterschlupf finden, Pflanzen können einwachsen und die Steine speichern gleichzeitig auch die Wärme des Tages (wir liegen auf 600 m an einem Nordhang, da können manche Pflanzen etwas zusätzliche Wärme brauchen) – das heißt, die Mauer erfüllt also gleich mehrere Zwecke auf einmal, ein wichtiges Prinzip der Permakultur.

    Also – gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen 😊 jetzt müssen nur noch ein paar Himbeeren gepflanzt werden und schon kann’s losgehen mit der Mega-Ernte 😊😊😊

    Himbeer-Hang vor der Umgestaltung
    Kartoffelturm
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