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Rausch der Sinne – Räuchern am Abend

    Auch wenn die Rauhnächte jetzt vorbei sind räuchere ich trotzdem gern am Abend etwas. Ich finde, es hilft, runterzukommen, den Alltag, den Stress und das Gedankenkarussell hinter sich zu lassen und einfach ein bisschen zu entspannen.

    Zugegeben, es hat ein wenig gedauert, bis ich mich dem Thema genähert hab. Mein erstes Räucherstövchen, das ich noch immer in Verwendung habe, habe ich schon vor vielen Jahren von meiner Schwiegermama geschenkt bekommen, zusammen mit einem großen Glas getrocknetem Lavendel – und es ist zunächst ins Regal gewandert und dort habe ich es vergessen. Beim Aufräumen hab ich es zwar immer mal wieder gefunden, aber trotzdem konnte ich eine ganze Weile lang nichts damit anfangen. Irgendwann habe ich es dann doch einmal probiert, und, was soll ich sagen, ich bin ein bisschen hängen geblieben.

    Mittlerweile schätze ich es, gerade in der kalten Jahreszeit, abends ein paar Kräuter zu verräuchern. Meistens ist mir der feine Duft sogar lieber als die von mir früher bevorzugte Duftlampe mit ätherischen Ölen (wobei auch das natürlich seinen Reiz und seine Berechtigung hat). Ich probiere gern auch immer mal wieder Mischungen aus und nehme dazu einfach die Kräuter, die ich ohnehin für die verschiedensten Zwecke im Garten sammle und trockne. Dabei schaue ich manchmal nach bestimmten Wirkungsweisen und suche mir dann gezielt die geeigneten Pflanzen raus, aber viel öfter experimentiere ich einfach damit, worauf ich dem Gefühl nach gerade Lust habe. Seit langem meine absolute Lieblingsmischung ist diese hier:

    • Salbei
    • Rosmarin
    • Mastix

    Ich finde, es ist eine leichte, harmonische Mischung, nicht aufdringlich und trotzdem gut wahrnehmbar.

    Wenn ich abends nur für den Duft räuchere, gebe ich die Räuchermischung einfach in ein kleines Aluschälchen, das ich auf das Sieb des Stövchens lege und zünde die Kerze darunter an. Dadurch verräuchern die Kräuter langsam und ohne allzuviel Rauch, wie man das von (Ritual-)Räucherungen mit Kohle oder Sticks kennt. Gerade in Innenräumen kann das nämlich schnell auch viel zu intensiv werden – gesetzt den Fall, man möchte eben keine Ritualräucherung durchführen sondern einfach nur einen feinen Duft genießen.

    Vielleicht ist es genau das, was mich am Räuchern so begeistert: Es braucht nicht viel, kein großes Ritual und keine festen Regeln. Ein paar Kräuter, ein Moment der Ruhe und die bewusste Entscheidung, den Tag sanft ausklingen zu lassen – mehr ist es eigentlich nicht. Und manchmal ist genau dieses Kleine und Einfache alles, was es braucht, um wieder ein bisschen bei sich selbst anzukommen.

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