Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) wächst seit einigen Jahren nun selbständig bei uns im Garten und begrünt zuverlässig jedes Jahr die Steinmauer meines Hochbeetes mit ihren langen grünen Ranken und den wunderschönen gelben, roten und orangen Blüten. Mittlerweile muss ich sie nicht mal mehr anziehen – sie kehrt jedes Frühjahr von selbst wieder. Leider ist sie nämlich nicht winterhart (sie stammt ursprünglich aus Peru), aber dafür überzeugt sie mit einer wirklich grandiosen Blütenpracht vom Sommer bis zum ersten Frost im Oktober.
Sie ist eine meiner Lieblingspflanzen, denn ihren Beinamen als Bauernpenicillin trägt sie meiner Meinung nach vollkommen zu Recht. Die Kapuzinerkresse ist meine erste Wahl wenn es darum geht, grippale Infekte schon im Keim zu ersticken – und das kommt bei mir leider doch häufiger vor. Jedes Jahr stelle ich mir aus den Blüten und Blättern eine Tinktur her (dazu später mehr) und nehme sie, sobald ich im Herbst und Winter einen Anflug einer Erkältung spüre.
Die Konservierung als Tinktur bietet sich hier deshalb an, weil die Hauptinhaltsstoffe, die Senfölglykoside, sich leider beim Trocknen abbauen und nicht mehr wirken. Das heißt, eine Verwendung der Pflanze in getrockneter Form, zum Beispiel als Tee, ist wirkungslos (und schmeckt auch nicht besonders gut). Die Senföle wirken als natürliches Antibiotikum und die Tatsache, dass dieses Antibiotikum nicht von einem Pilz sondern einer Pflanze höherer Ordnung stammt, führt dazu, dass weder die Darmflora beschädigt wird noch eine Immunität aufgebaut wird. Zudem wirken die Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse nicht nur gegen Bakterien, sondern auch noch gegen Viren und Pilze. Klasse, nicht?
Die Kapuzinerkresse ist eine jener Pflanzen, bei denen alle oberirdisch wachsenden Teile essbar sind. Blätter und Blüten können einen Salat aufwerten (oder einfach so beim Gang durch den Garten gesnackt werden), die frischen Samen können als falsche Kapern in Essig eingelegt werden und schmecken hervorragend.
Ihr seht also, die Kapuzinerkresse ist eine tolle Pflanze für den Garten (oder Balkon, denn man kann sie auch gut in Töpfen kultivieren, auch wenn sie dann nicht ganz so üppig wachsen wird) und auch für Anfänger auf jeden Fall zu empfehlen – man kann kaum was falsch machen!
